Raureif

Raureif

Raureif

Es kam zu uns ein stiller Herr,
der liebe Herr November.

War mancher da,
der lauter war,
den froher wir begrüßten.

Wir hatten ihm nichts zugetraut,
dem stillen Herrn November,
da zeigte sich,
er konnte was,
er konnte das Verzaubern.

Er machte jeden Halm, den Wald,
den Stacheldraht, die Zäune,
er machte uns
die ganze Welt
zu einem Raureif-Märchen.

– Josef Guggenmos

Die letzte Schönheit in diesem Jahr

Unkraut wächst in zwei Monaten, eine rote Rose braucht dafür ein ganzes Jahr.
– Dschalal ad-Din ar- Rumi

Alle Geburt ist Geburt aus Dunkel ans Licht; das Samenkorn muß in die Erde versenkt werden und in der Finsternis sterben, damit die schönere Lichtgestalt sich erhebe und am Sonnenstrahl sich entfalte.
– Friedrich Schelling

Brücken

Rodenkirchenerbrücke in Köln

Es stimmt, ich habe eine besondere Affinität zu Brücken.
Dies hängt sicherlich mit der Symbolhaftigkeit dieser Bauwerke zusammen, aber auch mit den geometrischen Formen, die sich an jeder Brücke entdecken lassen.

„Die großen ewigen Wahrheiten lassen sich nicht durch menschliche Worte mitteilen; vielmehr wählen sie das Schweigen als Brücke zwischen den Seelen.“
– Khalil Gibran

„Die stärksten Brücken werden aus Steinen gefallener Mauern gebaut.“
– Andreas Tenzer

„Niemand kann dir die Brücke bauen, auf der gerade du über den Fluß des Lebens schreiten mußt, niemand außer dir allein.“
– Friedrich Nietzsche

Kölner Dom

Kölner Dom im Abendlicht

Wenn man seit Jahrzehnten in Köln lebt und arbeitet, so kommt man nicht umhin, Teile dieses Lebensgefühls zu verinnerlichen und Köln als Heimat zu sehen. Das fällt nicht immer leicht! Wenn man allerdings nicht in Köln ist, merkt man, wie sehr diese Stadt gefangen hält.

Das besondere Wahrzeichen der Stadt ist der Kölner Dom.

Wenn man von einer Reise oder einem Ausflug zurückkommt, sieht man ihn plötzlich und weiß, gleich bin ich zu Hause. Kein anderes Bauwerk in Köln vermittelt dieses Heimatgefühl so sehr wie der Kölner Dom.

Verklärter Herbst

Verklärter Herbst

Gewaltig endet so das Jahr
Mit goldnem Wein und Frucht der Gärten.
Rund schweigen Wälder wunderbar
Und sind des Einsamen Gefährten.

Da sagt der Landmann: Es ist gut.
Ihr Abendglocken lang und leise
Gebt noch zum Ende frohen Mut.
Ein Vogelzug grüßt auf der Reise.

Es ist der Liebe milde Zeit.
Im Kahn den blauen Fluss hinunter
Wie schön sich Bild an Bildchen reiht –
Das geht in Ruh und Schweigen unter.

Georg Trakl (1887-1914)