Eine meiner heimlichen Lieben!

Siena, Toskana, Italien

Siena

 

Warte nicht auf eine spätere, gelegenere Zeit, denn du bist nicht sicher, daß du sie haben wirst. Die Zeit entschwindet dir unvermerkt. Mancher hat sich noch Hoffnung auf ein längeres Leben gemacht, da kam der Tod. Darum versäumt, wer klug ist, keine Zeit und gibt die gegenwärtige Stunde, die ihm gehört, nicht unbenützt weg für eine andere, die doch nicht sein eigen ist.
– Katharina von Siena, 1347 – 1380

Siena, Toskana, Italien

Sommer, blauer Himmel und Ringelnatz

Mohn und blauer Himmel

Sommer und Mohn. Mohn und Sommer. Beides gehört für mich zusammen. Dazu das Gedicht von Joachim Ringelnatz „Morgenwonne“ und der Tag beginnt perfekt!

Morgenwonne

Ich bin so knallvergnügt erwacht.
Ich klatsche meine Hüften.
Das Wasser lockt. Die Seife lacht.
Es dürstet mich nach Lüften.
Ein schmuckes Laken macht einen Knicks
und gratuliert mir zum Baden.
Zwei schwarze Schuhe in blankem Wichs
betiteln mich „Euer Gnaden“.
Aus meiner tiefsten Seele zieht
mit Nasenflügelbeben
ein ungeheurer Appetit
nach Frühstück und nach Leben.

Joachim Ringelnatz (1883-1934)