Seerose

Seerose

Seerose

Wasserrose
Im waldgeschützten Grunde
ein stiller Weiher ruht,
Von Abendsonnenstrahlen
glimmt rosigroth die Fluth,
Viel breite glänzende Blätter,
die schwimmen auf dem Teich
Und träumend schließt die Krone
die Wasserrose bleich.
– Gaudy, Franz Bernhard Heinrich Wilhelm Freiherr von
(19.4.1800 – 1840)

Massentanz

Vögel, die in Formation aufsteigen

Massentanz

Ich lobe den Tanz, denn er befreit den Menschen von der Schwere der Dinge, bindet den Vereinzelten zu Gemeinschaft.
Ich lobe den Tanz, der alles fordert und fördert, Gesundheit und klaren Geist und eine beschwingte Seele.
O Mensch lerne tanzen, sonst wissen die Engel im Himmel mit dir nichts anzufangen.
– Aurelius Augustinus (354-430)

 

Nahrungsaufnahme

Schmetterling auf Löwenzahn bei Nahrungsaufnahme

Nahrungsaufnahme

Wenn ich gut gegessen habe, ist meine Seele stark und unerschütterlich; daran kann auch der schwerste Schicksalsschlag nichts ändern.
– Jean Baptiste Molière
(1622 – 1673), eigentlich Jean-Baptiste Poquelin, französischer Komödiendichter und Schauspieler

Schöner Lampenschirm

Blüte, wie ein Lampenschirm

Wie ein Lampenschirm

 

Sie war ein Blümlein hübsch und fein,
Hell aufgeblüht im Sonnenschein.
Er war ein junger Schmetterling,
Der selig an der Blume hing.

Oft kam ein Bienlein mit Gebrumm
Und nascht und säuselt da herum.
Oft kroch ein Käfer kribbelkrab
Am hübschen Blümlein auf und ab.

Ach Gott, wie das dem Schmetterling
So schmerzlich durch die Seele ging.

Doch was am meisten ihn entsetzt,
Das Allerschlimmste kam zuletzt.
ein alter Esel fraß die ganze
Von ihm so heiß geliebte Pflanze.

– Wilhelm Busch

 

Info
Schachblume (Fritillaria meleagris), auch Schachbrettblume oder Kiebitzei 

Die Natur erschafft Kunst!

Wasserbild

Wassermalerei – Kleine Brücke Munkmarsch, Sylt

Wasser

Alles still ringsum –
Die Zweige ruhen, die Vögel sind stumm.
Wie ein Schiff, das im vollen Gewässer brennt,
Und das die Windsbraut jagt,
So durch den Azur die Sonne rennt
Und immer flammender tagt.

 Natur schläft – ihr Odem steht,
Ihre grünen Locken hangen schwer,
Nur auf und nieder ihr Pulsschlag geht
Ungehemmt im heiligen Meer.
Jedes Räupchen sucht des Blattes Hülle,
Jeden Käfer nimmt sein Grübchen auf;
Nur das Meer liegt frei in seiner Fülle
Und blickt zum Firmament hinauf.

 In der Bucht wiegt ein Kahn,
Ausgestreckt der Fischer drin,
Und die lange Wasserbahn
Schaut er träumend überhin.
Neben ihm die Zweige hängen,
Unter ihm die Wellchen drängen,
Plätschernd in der blauen Flut
Schaukelt seine heiße Hand:

 »Wasser«, spricht er, »Welle gut,
Hauchst so kühlig an den Strand.
Du, der Erde köstlich Blut,
Meinem Blute nah verwandt,
Sendest deine blanken Wellen,
Die jetzt kosend um mich schwellen,
Durch der Mutter weites Reich,
Börnlein, Strom und glatter Teich,
Und an meiner Hütte gleich
Schlürf ich dein geläutert Gut,
Und du wirst mein eignes Blut,
Liebe Welle, heilge Flut!« –

 Leise plätschernd schläft er ein
Und das Meer wirft seinen Schein
Um Gebirg und Feld und Hain;
Und das Meer zieht seine Bahn
Um die Welt und um den Kahn.

Annette von Droste-Hülshoff