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Köln liebt seine Radfahrer

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Köln liebt seine Radfahrer
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 Es sind häufig die Kleinigkeiten, die zeigen, wie sehr man geliebt wird. Das ist in einer Beziehung im Grunde immer so.

 Auch die Stadt hat eine Beziehung zu ihren Bewohnern und ist gehalten, alles zu tun, damit es diesen gut geht. Das ist sicherlich nicht immer ganz einfach, da sich vielfältige Interessen berühren, überschneiden oder gar miteinander kollidieren.

 Bei der Straßenverkehrsplanung ist das nicht anders.  So habe ich mich besonders gefreut, als ein Teil der Fahrbahn der Rodenkirchener Hauptstraße einen neuen Belag bekommen sollte. Wie bei allen Straßen die intensiv genutzt werden, ist der Belag der Fahrbahn häufig schadhaft. Rein gefühlsmäßig ordne ich die Hauptstraße in Rodenkirchen als stark belastete Fahrbahn ein. Schließlich war der Belag aufgetragen, die Straße für den Verkehr freigegeben. Allerdings fehlten noch sämtliche Fahrbahnmarkierungen.

 Ein paar Tage später die Liebesbekundung der Stadt an ihre Radfahrer: Fahrradschutzstreifen auf einem Teil der Hauptstraße.

Fahrradschutzstreifen, daneben parkende PKW
Fahrradschutzstreifen

Diese wurden so auf die Fahrbahn gemalt, dass sie genau im Türöffnungsbereich der angrenzenden Parkplätze liegen. Radfahrer also den Gefahrenbereich nutzen müssten?

 Das müssen sie natürlich nicht, denn es ist nur ein Angebot (es besteht keine Benutzungspflicht wie beim Radweg mit dem entsprechenden Schild), das nicht wahrgenommen werden muss.

 Allerdings wird für viel Konfliktstoff zwischen Radfahrern und Autofahren gesorgt. Letztere meinen grundsätzlich, man müsse diesen Schutzstreifen benutzen, wenn niemand darauf parkt ;-). Dementsprechend wird man häufig mit freundlichen Huptönen und wilden Gesten darauf aufmerksam gemacht, das dieser Schutzstreifen vorhanden ist.

 Nutzt man ihn, was viele Radfahrer machen, kann man nicht ausweichen, falls sich unvermittelt eine Autotüre öffnet. Dafür ist nicht genügend Platz vorhanden, wenn sich in diesem Moment ein Auto auf gleicher Höhe befindet.

 Fährt auf jeder Seite ein Radfahrer auf dem Schutzstreifen, so können sich Autofahrer kaum noch überholten. Das zeigt das nächste Problem, dass der Sicherheitsabstand von 1,5 Meter beim Überholen eines Radfahrers nicht eingehalten werden kann.

 Egal, wie es hier die Radfahrer macht, er hat schlechte Karten, wenn er den Schutzstreifen benutzt.

 Fährt man allerdings links neben dem Schutzstreifen, sieht diesen als Gefahrenbereich, der den Bereich beim Öffnen einer Autotüre anzeigt, so ist man auf der sicheren Seite.

 Hupen Autofahrer, kann man das durchaus als freundliche Mitteilung werten, dass man gesehen worden ist.

 Was auf der Hauptstraße vollkommen untergeht und unbeachtet bleibt, ist die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h!

 Auf diesen Schutzstreifen hätte ich gerne verzichtet. Er hilft nicht, sondern ist kontraproduktiv. Eine Plakatierung, die für gegenseitige Rücksichtnahme wirbt, eine strengere Überwachung der 30iger Zone, ist nach meiner Meinung der bessere Weg.

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