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Programmieren in der Grundschule – kein Problem!

Posted in Bildung, Lernen, Medien, Medienkompetenz, Offener Unterricht, Software, and Unterricht

Programmieren in der Grundschule – kein Problem!
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Medien haben große Wichtigkeit gewonnen, sodass wir uns ihrer “Macht” nicht mehr entziehen können. Neben Medienkompetenz, die ein bedeutender Schlüssel im Umgang mit Medien ist, sollten meines Erachtens zumindest Grundkompetenzen im Programmieren vorhanden sein.

Soll Schule diese Aufgabe übernehmen und diese Grundkenntnisse vermitteln, müssen entsprechend ausgebildete Lehrkräfte neben der entsprechenden Hardware zur Verfügung stehen. Was dann noch fehlt, ist die Entscheidung, welche Programmiersprache benutzt werden soll.

Programmieren in der Grundschule? Eindeutig und klar: Ja! Klick um zu Tweeten

Programmieren ist schon in der Grundschule möglich, so meine Erfahrung.
In offenen Lernumgebungen habe ich mit einzelnen Schülern eine Einführung in das visuelle Programmieren begonnen. Es unterscheidet sich nicht wesentlich vom Programmieren mit Programmcodes, denn die Vorbereitung, die einzelnen Schritte, die eine Programmierung erfolgreich machen, müssen auch hier gegangen werden. Der Unterschied ist nur, dass nicht der Code geschrieben werden muss, sondern die entsprechenden Befehle in ein Feld gezogen werden und das Programm anschließend den Programmcode generiert.
Benutzt, das will ich an dieser Stelle nicht verschweigen, haben wir dabei das Programm Mediator der Firma Matchware. Neben vielen interessanten Infos zum Programm, einem Einblick in den Progrmmierbildschirm, gibt es eine Testversion, die man sich zum Ausprobieren herunterladen kann.
Auch hier auf den Seiten gibt es einen ausführlichen Text zum „visuellen Programmieren mit Mediator“ aus Mai 2009.

Der Computer ist doof! Erkenntnis beim Programmieren in der Grundschule. Klick um zu Tweeten

Die erste Erkenntnis, die meine Schüler damals hatten, war, so wörtlich: “Der Computer ist ja doof!”

Jeden kleinen Schritt muss man ihm (dem Computer) mitteilen. Wann sich der Mauszeiger verändern soll, was passieren soll, wenn man klickt. Wie lange es ablaufen soll, wann was in den Ablauf eingeblendet wird und mit abläuft. Wie man ein Objekt über den Bildschirm bewegt – nicht nur in gerader Linie – und wie man dieses möglicherweise ein- oder ausblenden oder elegant verschwinden lassen kann. Soll Ton dazu kommen? Wo bekommt man ihn her? Kann man ihn selber generieren? Ein kleiner Ausschnitt dessen, was vor der tatsächlichen Programmierung überlegt werden muss. Ein Ablaufplan muss erstellt werden, damit man nichts vergisst und die Reihenfolge einhält. Programmieren ist kein willkürlicher Akt, sondern durch und durch strukturiert, auch beim visuellen Programmieren.

Programmieren in der Grundschule. Ein möglicher Weg. Klick um zu Tweeten

Am Anfang stand die Idee. Zum Beispiel: Wir wollen zeigen, wie eine Fledermaus mit Ultraschall ein Insekt ortet.
Dazu benötigt man eine Zeichnung eines Insekts und natürlich einer Fledermaus. Das ist noch eine einigermaßen einfach Aufgabe, denn beides konnten die Schüler problemlos selbst erstellen. Die Darstellung der Schallwellen, die sich vor der Fledermaus bewegen mussten, die von rechts nach links durchs Bild fliegen sollte und die Veränderung der Schallwellen beim Auftreffen auf das Insekt, waren schon größere Probleme. Die Zeit, in der die Animation letztendlich ablaufen sollte, war ein Ausprobieren, indem wir experimentierten. Ging es zu schnell, hatte man nichts erkannt und es war schon vorbei. Zu langsam löste Langeweile und beinhaltete damit hohes Ablenkungspotenzial beim Zuschauer.

Die Entscheidungen, wie es letztendlich aussehen sollte, war schnell gefallen. Ein Vorspann musste natürlich sein, denn man sollte ja wissen, wer es programmiert hat. Eine kurze, geschriebene Einführung ins Thema gehört ebenfalls dazu, bevor die Animation abläuft. Damit der Betrachter von einer Seite zur anderen gelangt, natürlich noch eine Schaltfläche, die klickbar sein musste.

Neben der Informationssammlung zur Fledermaus, die nicht im Internet stattgefunden hat, sondern eine Recherche in Bücher als Grundlage hatte, dem dadurch erworbenen Fachwissen, kam noch eine gehörige Portion Medienkompetenz im Laufe dieser Projektarbeit hinzu.

Das, was Sie hier sehen, ist das Endprodukt, das nach einem Vortrag über die Fledermaus gezeigt wurde. Erstellt wurde es von Schülern eines 3./4. Schuljahres im Rahmen des offenen Unterrichts, der Freiarbeit.

Programmieren in der Grundschule, in welcher Form auch immer, begrüße und unterstütze ich. Es gibt sicherlich noch andere Programmiersprachen, die für (Grund)schüler geeignet sind und von ihnen mit großer Freude genutzt würden. Ich denke da spontan an Roboterprogrammierung. Von Lego gibt es, wenn ich das richtig im Hinterkopf habe, einige Angebote. Weitere Möglichkeiten ergeben sich, die entsprechende Ausstattung vorausgesetzt, im offenen Ganztag. Hier als AG angeboten, werden sich sicherlich viele Schüler finden, die sich dafür interessieren. Allerdings würde hier auch eine Schülerinnengruppe anbieten, sodass die Mädchen ohne Dominanz durch Jungen erfolgreich sein können.
Abraten würde ich allerdings von klassenweisem Unterricht, sondern empfehle dies im Rahmen von Projekten oder Arbeitsgemeinschaften anzubieten.

Titel einer Animation, die von Grundschülern erstellt wurde

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