Das System frisst seine Kinder – Mein neues Buch über die deutsche Schule

Neulich bin ich über einen Begriff gestolpert, den ich vorher nicht kannte: Curling-Eltern. Eltern, die ihrem Nachwuchs buchstäblich alles aus dem Weg kehren – jedes Hindernis, jeden Misserfolg, jede unbequeme Erfahrung. Das Bild hat mich sofort gepackt. Nicht weil es neu wäre. Sondern weil es auf den Punkt bringt, was ich in Jahrzehnten als Lehrer und Schulleiter immer wieder erlebt habe: eine Schule, die zunehmend versucht, ein System aufzufangen, das längst außerhalb ihrer Mauern aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Ich habe lange gezögert, ein Buch darüber zu schreiben. Es gibt genug Klagen über die deutsche Schule. Noch eine mehr braucht niemand. Was mich schließlich doch ans Schreiben gebracht hat, war keine neue Studie und keine Schlagzeile – es war die Summe. Die Summe der Meldungen, Beobachtungen und Begegnungen, die sich über die Jahre angesammelt haben und die alle auf dasselbe hinauslaufen: Das System blockiert sich selbst. Es wurde gut gemeint, und genau das ist ein Teil des Problems.

Das Buch heißt „Das System frisst seine Kinder – Warum die deutsche Schule sich selbst blockiert“. Es richtet sich nicht nur an Lehrkräfte und Bildungspolitiker, sondern auch an Eltern und alle, die sich fragen, warum so viele gut ausgestattete, gut bezahlte und gut gemeinte Bemühungen am Ende so wenig bewirken.

Es ist kein Wutbuch. Aber es ist auch kein versöhnliches. Es ist der Versuch, klar zu benennen, was schiefläuft – und warum es so schwer ist, es zu ändern. Von der Rolle überforderte Eltern spielen, die ihren Kindern in Wirklichkeit keinen Gefallen tun. Von Strukturen, die Innovation verhindern, ohne es zu wollen. Von einem System, das seine eigenen Kräfte verschleißt.

In den kommenden Tagen wird das Buch bei Amazon erscheinen. Ich werde hier auf dem Blog berichten – und auch einige der Gedanken vertiefen, die im Buch nur angerissen werden konnten. Wer neugierig ist: Es lohnt sich, in den nächsten Tagen wiederzuschauen.

Und wer den Begriff „Curling-Eltern“ noch nicht kennt – jetzt kennt er ihn. Leider.

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