Nachprüfung in den Ferien: Zweite Chance oder verkappte Strafe?

Sechs Wochen Sommerferien, und mittendrin die Frage, die jedes Jahr aufs Neue gestellt wird: Wie viel Schule darf, muss, soll in dieser Zeit noch stattfinden? Der Kölner Schulpsychologische Dienst hat sich dazu kürzlich klar positioniert: Ferien seien in erster Linie freie Zeit, Lernen nur in Ausnahmefällen sinnvoll – etwa bei einer bevorstehenden Nachprüfung, und auch … Weiterlesen

Noteninflation: Warum das System nicht reformiert wird

Ein aktuelles ZEIT-Interview mit drei anonymisierten Lehrkräften – einer Grundschullehrerin, einem Realschullehrer, einem Gymnasiallehrer – liefert ungewollt ein Geständnis: Noten messen immer weniger das, was sie zu messen vorgeben. Aufgabenstellungen werden so konstruiert, dass auch leistungsschwache Kinder Punkte sammeln können. Die „sonstige Mitarbeit“ wird nachträglich hochkorrigiert, wenn eine Versetzung knapp wird. Und der Anteil der … Weiterlesen

Quereinsteiger im Lehrerkollegium: Warum Qualifizierung allein nicht reicht

Der Anteil an Quer- und Seiteneinsteigern in deutschen Kollegien steigt, und die GEW sagt, es fehle an Zeit und Personal für Begleitung. Das stimmt vermutlich. Aber es verfehlt die eigentliche Pointe. Der Artikel der Frankfurter Rundschau ist in seiner Diagnose so solide wie erwartbar: Der Anteil der Lehrkräfte ohne Lehramtsstudium hat sich laut nationalem Bildungsbericht … Weiterlesen

Medienbildung an der Schule: Wie die KMK Verweigerung zur Stärkung umetikettiert

Es gibt einen Satz, der die ganze Erklärung trägt, und er klingt so harmlos wie eine Wettervorhersage: „Die problematische Mediennutzung findet überwiegend außerhalb der Schule statt.“ Wer das liest, nickt erst einmal. Stimmt ja. Und genau in diesem Nicken liegt der Trick. Die Bildungsministerkonferenz (BMK) hat eine Erklärung zum Umgang mit sozialen Medien im schulischen … Weiterlesen

Neurodiversität in der Schule: Zimpels richtiger Befund und seine Lücke

Der Hamburger Neurodiversitätsforscher André Frank Zimpel sagt in der ZEIT einen Satz, der wie eine Befreiung klingt: Das Problem sei nicht das ADHS, das Problem sei die Schule. Nicht das Kind ist defizitär, sondern die Institution, die nur ein Tempo, eine Methode, einen Lehrplan kennt. Die Pathologie sitzt im System, nicht im Nervensystem. Im Befund … Weiterlesen

Wann lernt man am besten? Warum Interesse mehr bewirkt als Zwang

Warum Interesse mehr bewirkt als jeder Zwang Man lernt nicht am besten, wenn man lernen muss. Das klingt zunächst verkehrt, denn die meisten von uns haben es genau andersherum gelernt: zu festen Zeiten, mit festem Stoff, ob man wollte oder nicht. Doch wer ehrlich auf sein eigenes Leben schaut, merkt schnell, dass das wenigste davon … Weiterlesen

Augenhöhe als Falle – warum Helikopter-Eltern nur die halbe Geschichte sind

In der Frankfurter Rundschau hat Theresa Salmansberger einen Artikel über Helikopter-Eltern veröffentlicht, in dem Prof. Dr. Gabriel Schoyerer von der Katholischen Stiftungshochschule München zu Wort kommt. Schoyerer ist analytisch deutlich präziser als die Inszenierung drumherum: Er beschreibt nicht einfach übergroße Fürsorge, sondern ein bestimmtes pädagogisches Problem. Eltern beziehen ihre Kinder in Entscheidungen ein, denen sie … Weiterlesen

Funktionierer statt Lernende – was die Familie leistet

Vor wenigen Wochen erschien in der ZEIT ein bemerkenswert ehrlicher Erfahrungsbericht der Journalistin Annika Joeres. Sie hatte vor Jahren ein Buch über das französische Betreuungssystem geschrieben – voller Bewunderung für ein Land, das Müttern Vollzeit und Karriere ohne schlechtes Gewissen ermöglicht. Nach inzwischen mehreren Jahren mit eigenen Kindern in Südfrankreich revidiert sie diese Sicht. Was … Weiterlesen

Wenn die Schule nicht mehr trägt: Bildungsverfall mit Ansage

Es gibt zwei Gedanken, die jeder ältere Pädagoge im Land kennt, wenn er die aktuelle Bildungsdebatte verfolgt. Der erste lautet: Gott sei Dank bin ich raus. Der zweite: Das geht den Bach hinunter, mit Folgen, die weit über die Schule hinausreichen. Beide Gedanken widersprechen sich nicht, sie ergänzen sich zu einer nüchternen Bilanz. Eine Statik, … Weiterlesen

Dick, Doof und die Übung, die den Meister macht

Es muss Ende der siebziger, Anfang der achtziger Jahre gewesen sein. Ich hatte einen kleinen Filmausschnitt besorgt, vermutlich auf einer Super-8-Rolle, später dann auf VHS. Zwei Minuten, nicht mehr. Stan Laurel und Oliver Hardy, in Deutschland als Dick und Doof bekannt, sitzen nebeneinander auf einer Bank. Stan klopft in rascher Abfolge Knie, Ohr und Nase … Weiterlesen