Medienbildung an der Schule: Wie die KMK Verweigerung zur Stärkung umetikettiert

Es gibt einen Satz, der die ganze Erklärung trägt, und er klingt so harmlos wie eine Wettervorhersage: „Die problematische Mediennutzung findet überwiegend außerhalb der Schule statt.“ Wer das liest, nickt erst einmal. Stimmt ja. Und genau in diesem Nicken liegt der Trick. Die Bildungsministerkonferenz (BMK) hat eine Erklärung zum Umgang mit sozialen Medien im schulischen … Weiterlesen

Neurodiversität in der Schule: Zimpels richtiger Befund und seine Lücke

Der Hamburger Neurodiversitätsforscher André Frank Zimpel sagt in der ZEIT einen Satz, der wie eine Befreiung klingt: Das Problem sei nicht das ADHS, das Problem sei die Schule. Nicht das Kind ist defizitär, sondern die Institution, die nur ein Tempo, eine Methode, einen Lehrplan kennt. Die Pathologie sitzt im System, nicht im Nervensystem. Im Befund … Weiterlesen

Wann lernt man am besten? Warum Interesse mehr bewirkt als Zwang

Warum Interesse mehr bewirkt als jeder Zwang Man lernt nicht am besten, wenn man lernen muss. Das klingt zunächst verkehrt, denn die meisten von uns haben es genau andersherum gelernt: zu festen Zeiten, mit festem Stoff, ob man wollte oder nicht. Doch wer ehrlich auf sein eigenes Leben schaut, merkt schnell, dass das wenigste davon … Weiterlesen

Augenhöhe als Falle – warum Helikopter-Eltern nur die halbe Geschichte sind

In der Frankfurter Rundschau hat Theresa Salmansberger einen Artikel über Helikopter-Eltern veröffentlicht, in dem Prof. Dr. Gabriel Schoyerer von der Katholischen Stiftungshochschule München zu Wort kommt. Schoyerer ist analytisch deutlich präziser als die Inszenierung drumherum: Er beschreibt nicht einfach übergroße Fürsorge, sondern ein bestimmtes pädagogisches Problem. Eltern beziehen ihre Kinder in Entscheidungen ein, denen sie … Weiterlesen

Funktionierer statt Lernende – was die Familie leistet

Vor wenigen Wochen erschien in der ZEIT ein bemerkenswert ehrlicher Erfahrungsbericht der Journalistin Annika Joeres. Sie hatte vor Jahren ein Buch über das französische Betreuungssystem geschrieben – voller Bewunderung für ein Land, das Müttern Vollzeit und Karriere ohne schlechtes Gewissen ermöglicht. Nach inzwischen mehreren Jahren mit eigenen Kindern in Südfrankreich revidiert sie diese Sicht. Was … Weiterlesen

Wenn die Schule nicht mehr trägt: Bildungsverfall mit Ansage

Es gibt zwei Gedanken, die jeder ältere Pädagoge im Land kennt, wenn er die aktuelle Bildungsdebatte verfolgt. Der erste lautet: Gott sei Dank bin ich raus. Der zweite: Das geht den Bach hinunter, mit Folgen, die weit über die Schule hinausreichen. Beide Gedanken widersprechen sich nicht, sie ergänzen sich zu einer nüchternen Bilanz. Eine Statik, … Weiterlesen

Dick, Doof und die Übung, die den Meister macht

Es muss Ende der siebziger, Anfang der achtziger Jahre gewesen sein. Ich hatte einen kleinen Filmausschnitt besorgt, vermutlich auf einer Super-8-Rolle, später dann auf VHS. Zwei Minuten, nicht mehr. Stan Laurel und Oliver Hardy, in Deutschland als Dick und Doof bekannt, sitzen nebeneinander auf einer Bank. Stan klopft in rascher Abfolge Knie, Ohr und Nase … Weiterlesen

Schwarz auf Dunkelblau – warum Medienkompetenz im KI-Zeitalter neu gedacht werden muss

Es muss so um 2005 gewesen sein. Ein Gymnasiallehrer stellte in einer Schulveranstaltung die Ergebnisse seiner Computer-AG vor. Die Schüler hatten Präsentationen erstellt, Websites gebaut, Tabellen formatiert. Stolz. Funktional. Alles lief. Nur: Die Folien waren mit schwarzer Schrift auf dunkelblauem Hintergrund gesetzt. Man konnte praktisch nichts lesen. Ich fragte ihn, ob sie in der AG … Weiterlesen