Kinderunfälle: Was die Statistik nicht sagt

Es gibt Sätze, die klingen nach Information und sind in Wahrheit eine Sortierentscheidung. „34 Prozent der verunglückten Kinder saßen auf einem Fahrrad“ ist so ein Satz. Er stand am Montag in nahezu jeder deutschen Redaktion, weil er so in der Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes stand, und er beschreibt exakt eine Sache: womit das Kind unterwegs … Weiterlesen

Toilettenbewachung Köln: Eine halbe Million für ein Versäumnis

Seit Mai 2022 sitzt in der Krebsgasse, einer Seitenstraße der Schildergasse nahe dem Neumarkt, Wachpersonal in einem eigens aufgestellten Container. Sein Auftrag: aufpassen, dass die städtische Toilette im Container nebenan nicht als Drogenkonsumraum genutzt wird. Werktags von 9 bis 21 Uhr, sonn- und feiertags von 9 bis 18 Uhr. Kosten: 10.000 bis 11.000 Euro im … Weiterlesen

Tech-Milliardäre und Handyverbot: Warum Medienkompetenz allein nicht reicht

Steve Jobs ließ seine Kinder nicht an iPads heran. Der Youtube-Mitgründer Steve Chen möchte nicht, dass seine Kinder Kurzvideos konsumieren. Peter Thiel begrenzte die Bildschirmzeit seiner Kinder auf eineinhalb Stunden pro Woche. Und Elon Musk nannte es im Rückblick einen „Fehler“, seinen eigenen Kindern keine Grenzen bei der Social-Media-Nutzung gesetzt zu haben (FR). Wer die … Weiterlesen

Merz in den 90ern? Fast schon Fortschritt – Glosse zum Reformpaket

Es gibt diesen einen Satz, der wehtut, weil er stimmt: Friedrich Merz mache Politik für eine Welt, die es nicht mehr gibt, schreibt Bernd Ulrich in seinem Kommentar zum Reformpaket der Bundesregierung (ZEIT Online). Charmant gedacht. Aber zu freundlich. Wenn Merz in den Neunzigern denken würde, wäre das schon ein Fortschritt. Die Neunziger hatten wenigstens … Weiterlesen

Offener Brief an die Bundesregierung: Fragen eines Achttägigen

Das Bundeskabinett hat den Haushaltsentwurf für 2027 beschlossen: 555,4 Milliarden Euro Ausgaben, davon rund 109,7 Milliarden für die Bundeswehr, finanziert über mehr als 200 Milliarden Euro neue Schulden. (ZEIT, 6.7.2026) Ein Betroffener, der zu dieser Entscheidung bislang nicht befragt wurde, hat sich zu Wort gemeldet. Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, sehr geehrter Herr Bundesfinanzminister, sehr geehrte … Weiterlesen

Handyablage am Klo: Die Pflegestufe des Geistes

Karl Lagerfeld hat einmal gesagt, wer Jogginghose trägt, habe die Kontrolle über sein Leben verloren. Man darf das hochmütig finden. Man darf es auch zu Ende denken. Denn die Aldi-WC-Garnitur mit Handyablage ist nicht die Jogginghose des Geistes. Sie ist die Pflegestufe. Es ist nämlich nicht mehr das Sofa, das uns hält, nicht das Bett, … Weiterlesen

Pflegereform: Wenn Kinder für die falsche Wahl ihrer Eltern haften

Manuela Schwesig hat ein Wort gefunden. „Unmenschlich“ nennt die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern die Pflegepläne aus Berlin, und das Wort wirkt: Es empört, es markiert eine Haltung, es macht Schlagzeilen. Was es nicht tut: irgendetwas erklären. Empörung ist die billigste Währung der Politik. Sie kostet den, der sie ausgibt, nichts – und sie verdeckt zuverlässig die … Weiterlesen

Was der Staat wirklich will: Geburtenappelle und der Sanierungsstau an den Schulen

Es vergeht derzeit kaum eine Woche, in der nicht irgendwo gefragt wird, was die Einzelne der Gesellschaft schuldet. Mal ist es die kinderlose Frau, die sich erklären soll. Mal die Mutter, die zu früh wieder arbeitet, oder zu spät. Mal die Familie insgesamt, die zu wenige Kinder in die Welt setzt, um Renten- und Pflegekasse … Weiterlesen

Motorik-Einbruch bei Kindern: Wenn Versäumnisse zur Krankheit erklärt werden

Es gibt Sätze, die klingen nach Diagnose und sind in Wahrheit eine Entlastung. „Vielleicht haben wir es hier mit einer Art sozialem Long Covid zu tun“ – so beschreibt die Karlsruher Sportwissenschaftlerin Claudia Niessner im Interview mit spektrum.de/ZEIT das Rätsel, vor dem ihre Disziplin gerade steht: Die motorische Leistungsfähigkeit von Kindern ist nach der Pandemie … Weiterlesen

Social-Media-Verbot: Wenn der Staat die Erziehung übernimmt

Karin Prien hat am Mittwoch einen Satz gesagt, der harmloser klingt, als er ist. Sie halte eine gesetzliche Altersgrenze von 13 Jahren für die eigenständige Nutzung sozialer Medien „grundsätzlich für den richtigen Weg“. Was nach Jugendschutz klingt, ist im Kern eine Grenzverschiebung: Der Staat greift nach einer Entscheidung, die bislang am Küchentisch fiel. Bemerkenswert ist, … Weiterlesen