Warum Warten wichtiger ist als Helfen – Autonomie bei Kleinkindern

Der Reißverschluss klemmt, die kleinen Finger kommen nicht zurecht. Die Eltern stehen daneben und müssen in Sekundenbruchteilen entscheiden: eingreifen oder abwarten. Eine solche Alltagsszene wirkt beiläufig. Tatsächlich steckt in ihr, wenn man einer aktuellen Langzeitstudie folgt, ein Stück Weichenstellung für die spätere schulische Laufbahn. Was drei Jahrzehnte Beobachtung zeigen Ein Forschungsteam der University of Illinois … Weiterlesen

Gut genug wofür? Wie Kindersprache Maßstäbe versteckt, auch wenn sie tröstet

Gut genug wofür? Wie Kindersprache Maßstäbe versteckt, auch wenn sie tröstet Zum Schulbeginn wiederholt sich eine kleine, aber aufschlussreiche Debatte. Der Kinderschutzbund warnt Eltern davor, den Satz „Jetzt beginnt der Ernst des Lebens“ zu verwenden, weil er Kindern Angst mache. Ein Kommentar in der F.A.Z. widerspricht dieser Einschätzung und plädiert dafür, den Ernst des Lebens … Weiterlesen

Handy im Buchumschlag: Vorbild als Verpackungsproblem

Seit diesem Frühsommer kursiert ein Produkt, das sich selbst als Lösung eines Erziehungsproblems verkauft: eine hohle Buchhülle, in die sich ein Smartphone einschlagen lässt. Wer damit liest – oder besser: wer damit auf sein Handy schaut –, soll aussehen wie jemand, der ein Buch liest. Judith von Sternburg hat das Phänomen in der Frankfurter Rundschau … Weiterlesen

Dänische Erziehung: Warum wir nicht von Dänemark lernen

Es gibt ein Genre von Artikel, das man am Frühstückstisch liest und dabei zweimal nickt: einmal zustimmend, einmal abschließend. Der Text über die dänische Erziehung – im Original ein WELT-Interview, von Ippen Media verwertet, von der Frankfurter Rundschau übernommen – gehört dazu. Däninnen und Dänen reden mit ihren Kindern wie mit Erwachsenen, lassen sie frei … Weiterlesen

Eltern am Handy: Wie das Baby trotzdem sprechen lernt

Ein Baby lernt nicht von allein. Es lernt von uns. Sprechen, lächeln, andere verstehen – das alles bringt kein Kind mit auf die Welt. Es schaut es sich ab. Bei Mama. Bei Papa. Bei den Menschen, die ihm nah sind. Und genau hier liegt das Problem, über das gerade viel geredet wird: das Handy. Wie … Weiterlesen

Social-Media-Verbot: Wenn der Staat die Erziehung übernimmt

Karin Prien hat am Mittwoch einen Satz gesagt, der harmloser klingt, als er ist. Sie halte eine gesetzliche Altersgrenze von 13 Jahren für die eigenständige Nutzung sozialer Medien „grundsätzlich für den richtigen Weg“. Was nach Jugendschutz klingt, ist im Kern eine Grenzverschiebung: Der Staat greift nach einer Entscheidung, die bislang am Küchentisch fiel. Bemerkenswert ist, … Weiterlesen

Debitkarte für Grundschulkinder: Wenn Bequemlichkeit sich Bildung nennt

Bezahlen ist ein Tauschgeschäft. Ich will etwas und gebe dafür etwas her. So einfach ist das — und so schwer, denn das, was ich hergebe, ist längst nicht mehr greifbar. Früher tauschte man Ware gegen Ware, später Ware gegen Münze. Heute hält ein Kind ein Kästchen an die Kasse, und etwas verschwindet, das es nie … Weiterlesen

Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht

Warum so viele Eltern heute zu viel wollen – und was Kindern wirklich hilft Eltern wollen heute alles richtig machen. Sie fördern, begleiten und kontrollieren ihre Kinder so viel wie nie zuvor. Ballett, Schwimmkurs, Englisch am Tablet – und das oft schon, bevor das Kind richtig sprechen kann. Dahinter steckt keine Gleichgültigkeit, im Gegenteil. Es … Weiterlesen

Augenhöhe als Falle – warum Helikopter-Eltern nur die halbe Geschichte sind

In der Frankfurter Rundschau hat Theresa Salmansberger einen Artikel über Helikopter-Eltern veröffentlicht, in dem Prof. Dr. Gabriel Schoyerer von der Katholischen Stiftungshochschule München zu Wort kommt. Schoyerer ist analytisch deutlich präziser als die Inszenierung drumherum: Er beschreibt nicht einfach übergroße Fürsorge, sondern ein bestimmtes pädagogisches Problem. Eltern beziehen ihre Kinder in Entscheidungen ein, denen sie … Weiterlesen

Pubertät unterm Magnetometer – was die Hirnforschung sieht und Pädagogik längst wusste

Im ersten Stock eines Altbaus auf dem Gelände der Berliner Charité steht ein Gerät, das wie eine Trockenhaube beim Friseur aussieht. Sechsundneunzig hochempfindliche Sensoren, die den Gehirnströmen heranwachsender Menschen zuhören sollen — ein optisch gepumptes Magnetometer, modernste Technologie. Tillmann Prüfer hat seine zwölfjährige Tochter Juli darunter gesetzt, als erstes Teenager-Gehirn in dieser Versuchsanordnung, und in … Weiterlesen