Als ich „Das System frisst seine Kinder„ geschrieben habe, war mir vieles unklar – nur eines wusste ich sicher: Ich wollte ein ehrliches Buch über das machen, was ich über Jahrzehnte hinweg in deutschen Schulen erlebt habe. Wer es lesen würde, wie es ankäme, was es bewirken könnte – das alles lag im Ungewissen.
Umso mehr berühren mich die ersten beiden Rückmeldungen auf Amazon.
Aus der Praxis
„Endlich mal ein Buch über Schule von einem erfahrenen Insider, schonungslos und erhellend ohne Expertengeschwafel von Außenstehenden! Bravo!“
Knapp, präzise – und genau auf den Punkt, an dem mir beim Schreiben am meisten gelegen war: dass dieses Buch von innen kommt. Nicht über die Schule, sondern aus ihr heraus.
Mehr als ein Buch über Schule
Die zweite Rezension stammt von „Medienmarc“ – und sie hat mich wirklich überrascht. Ich hätte nie damit gerechnet, dass sich jemand die Mühe macht, mein Buch so ausführlich zu lesen und zu rezensieren. Das nehme ich als großes Kompliment und danke herzlich.
Besonders bewegt hat mich diese Passage:
„Es ist keine klassische bildungspolitische Streitschrift und kein theoretischer Ratgeber, sondern die ehrliche Bestandsaufnahme eines Menschen, der lange versucht hat, innerhalb dieses Systems gute Pädagogik möglich zu machen – bis zu dem Punkt, an dem er erkannt hat, wo die strukturellen Grenzen liegen.“
Genauer hätte ich selbst meinen Weg kaum beschreiben können.
Ein anderer Satz aus dieser Rezension lässt mich seither nicht los:
„Am Ende habe ich dieses Buch weniger als ein Buch über Schule gelesen – sondern vielmehr als eine Analyse unserer Gesellschaft: ihres Umgangs mit Leistung, Herkunft, Chancen, Scheitern und Anpassung.“
Das hatte ich beim Schreiben so nie explizit gedacht – und doch trifft es etwas Wesentliches. Schule ist nie nur Schule. Sie ist immer auch ein Spiegel dessen, was eine Gesellschaft für selbstverständlich hält: wie sie mit Leistung umgeht, mit Herkunft, mit Chancen, mit Scheitern, mit Anpassung. Wer über deutsche Schule schreibt, schreibt unweigerlich auch über Deutschland.
Dass eine Leserin oder ein Leser das so klar herausarbeitet, ist für mich mehr als eine wohlwollende Rezension. Es ist eine Einladung, weiterzudenken – und genau das werde ich in den kommenden Blog-Beiträgen tun.
Danke
Beiden Rezensent:innen gilt mein herzlicher Dank – für ihre Zeit, ihre Aufmerksamkeit und ihre offenen Worte. Genau für solche Momente schreibt man Bücher.