Wir wurden nicht gehackt – nur unser Dienstleister“

Am 14. April 2026 wurden bei einem Cyberangriff auf den saarländischen Abrechnungsdienstleister Unimed Daten von rund 30.000 Menschen erbeutet, die sich zur Behandlung in der Uniklinik Köln aufgehalten hatten. Bei 27.298 Betroffenen flossen Namen, Adressen, behandelnde Ärzte und Rechnungssummen ab, bei 843 weitere Gesundheitsdaten aus der Abrechnungskommunikation, bei fünf zusätzlich die Bankverbindung. Den Vorfall hat … Weiterlesen

Wenn das Bad zu hat – Köln zehnfacht das Bußgeld am Rhein

Pünktlich zu Pfingsten und den ersten Sommertemperaturen hat die Stadt Köln das Bußgeld für Baden im Rhein von 100 auf 1000 Euro angehoben. Begründung der Verwaltung, wörtlich: „Alle bisherigen Warnungen auf Schildern, in Zeitungen, Social-Media-Kampagnen und Bußgelder bis 100 Euro haben manche Leute nicht davon abgehalten, im Rhein zu baden. Wir hoffen, dass ein Bußgeld … Weiterlesen

Lentpark-Brücke Nippes: Wenn ein Schild Politik ersetzt

Es gibt diese kleinen Kölner Alltagsbilder, in denen die Stadt sich selbst auf den Punkt erklärt. Die Brücke über die Innere Kanalstraße zwischen dem Nippeser Floraviertel und dem Lentpark ist so eines. Sie liegt auf einer Hauptroute des Kölner Radverkehrsnetzes, sie verbindet zwei dicht besiedelte Stadtteile kreuzungsfrei über einen vielspurigen Innenstadtring, und sie ist – … Weiterlesen

„Politisch gewünscht“: Das Geschmäckle hinter HGK und Fusion Cologne

Es gibt Vokabeln, an denen man sofort erkennt, dass eine Geschichte nicht ganz sauber gelaufen ist. „Politisch gewünscht“ ist eine davon. Dieses Wort taucht in einem internen Memo einer Münchner Großkanzlei auf, die im Auftrag der Häfen und Güterverkehr Köln AG (HGK) die Projektvereinbarung mit der Kölner Thesauros-Gruppe rechtlich prüfen sollte. Es ging um nicht … Weiterlesen

Awareness statt Achtsamkeit: Wie Köln Schutz zertifizieren will

Der Kölner Gleichstellungsausschuss hat beschlossen, dass die Stadt bis Ende 2027 ein „Awareness-Konzept“ für Veranstaltungen im öffentlichen Raum entwickeln soll. Künftig sollen Mindestanforderungen zum Schutz vor Diskriminierung, sexuellen Übergriffen und grenzüberschreitendem Verhalten Voraussetzung für eine Veranstaltungsgenehmigung sein. Köln könne dabei eine „Vorreiterrolle“ einnehmen und als „erste deutsche Stadt verbindliche Vorgaben für Achtsamkeit festlegen“, so die … Weiterlesen

Woelki und die Nebelkerzen: Aufarbeitung mit Verspätung

Wenn der Betroffenenbeirat der Deutschen Bischofskonferenz Kardinal Rainer Woelki erneut beim Vatikan anzeigen will, geschieht das nicht aus politischem Reflex. Es geschieht, weil die Unabhängige Aufarbeitungskommission für das Erzbistum Köln in ihrem zweiten Zwischenbericht nüchtern dokumentiert hat, was im Jahr 2015 unter Woelkis Verantwortung passierte – und was nicht passierte. Wer den Bericht und die … Weiterlesen

Kölner Stadtrat: Catcalling und Bauinvestitionen

In derselben Sitzungswoche verhandelt der Stadtrat zwei Vorgänge, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben: einen Antrag, Catcalling in die Stadtordnung aufzunehmen, und den Plan der Kämmerin, künftige Bauinvestitionen auf 400 Millionen Euro jährlich zu deckeln. Beide werden voraussichtlich beschlossen. Beide zeigen, wie kommunale Politik gerade funktioniert. Catcalling: Symbol ohne Vollzug Der … Weiterlesen

Bühnensanierung Köln: Die unsichtbare halbe Milliarde

Im Mai 2026 hat das Kölner Rechnungsprüfungsamt seinen 18-seitigen Bericht zur Bühnensanierung am Offenbachplatz vorgelegt. Die Schlagzeilen, die der Bericht produziert, sind bekannt: 798,6 Millionen Euro Baukosten, 141,1 Millionen Euro für Interimsspielstätten, 524,71 Millionen Euro Zinsen. In Summe rund 1,465 Milliarden Euro. Die Zahl, die in der städtischen Kommunikation auftaucht, ist eine andere. Auf der … Weiterlesen

868 Tote — und keine Folgen: Verkehrspolitik gegen die Schwächsten

Edo Reents hat in der FAZ nüchtern zusammengetragen, was in Deutschland niemand bestreitet, aber kaum jemand handelnd zur Kenntnis nimmt: 462 getötete Radfahrer und 406 getötete Fußgänger im Jahr 2025, zusammen 868 Tote unter denen, die Reents zutreffend „die Nackten“ nennt — Verkehrsteilnehmer ohne Knautschzone, ohne Airbag, ohne Rückenmassage. Bei Radfahrern ist das ein Plus … Weiterlesen

Beschlossen, nicht gebaut: Was Kölns Radverkehrspolitik wirklich will

In der taz-Reihe „Die Verständnisfrage“ hat Ende 2022 eine Fotografin aus Krefeld, Barbara Schnell, auf die Leserinnenfrage geantwortet, warum sie als Autofahrerin nicht längst aufs Rad umgestiegen sei. Ihre Antwort fiel bemerkenswert nüchtern aus: Sie würde gern, aber die Stadtgestaltung priorisiere das Auto, Fahrradstraßen seien keine, die 1,50-Meter-Abstandsregel werde nicht durchgesetzt, parkende Autos ragten in … Weiterlesen