Elternpakt gegen Smartphones: Wenn Freiwilligkeit die Regelung ersetzt

An der GGS Martinusstraße in Köln-Esch schließen sich Eltern zu einem Pakt zusammen. Ab dem kommenden Schuljahr soll dort das Präventionskonzept „Erst Smart, dann Phone“ der Hamburger Initiative Smarter Start eingeführt werden. Wer mitmacht, verpflichtet sich freiwillig, dem eigenen Kind bis zum Ende der Grundschulzeit kein Smartphone und keine Social-Media-Accounts zu erlauben. Es ist die … Weiterlesen

Olympiabewerbung KölnRheinRuhr: Legitimation und Sportinfrastruktur im Widerspruch

Die Kommunikation rund um den Ratsbürgerentscheid zur Olympiabewerbung KölnRheinRuhr sprach von einem historischen Bürgervotum: 57,4 Prozent der Abstimmenden votierten in Köln mit Ja. Bezogen auf alle Abstimmungsberechtigten der Stadt sind das jedoch nur rund 22,7 Prozent – bei einer Beteiligung von 39,68 Prozent. Die politische Rhetorik verschiebt die Bezugsgröße von den Wahlberechtigten auf die Teilnehmenden … Weiterlesen

Schulabgänger ohne Abschluss: Wenn Individualisierung die Statistik verdeckt

340 Jugendliche haben Köln im vergangenen Jahr ohne Schulabschluss verlassen, 3,5 Prozent der rund 9600 Schülerinnen und Schüler eines Jahrgangs. Landesweit hat sich der Anteil seit 2015 fast verdoppelt, von 2,2 auf 4,2 Prozent. Die Zahlen von IT NRW, über die der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet, benennen damit ein Problem, das sich nicht auf Einzelschicksale reduzieren … Weiterlesen

Agrippabad-Sanierung: Was sie über die Kölner Olympiabewerbung verrät

Ein halbes Jahr lang war das Kölner Agrippabad geschlossen. Nicht wegen einer geplanten Sanierung, sondern weil sich bei der Detailplanung herausstellte, dass die Schäden größer waren als angenommen. Seit dem 18. Juli 2026 ist das Bad wieder in Betrieb – allerdings nur, weil die gravierendsten Mängel notdürftig behoben wurden: verklebte Haltepunkte an der Schrägfassade, erneuerte … Weiterlesen

Kölner Dom: Eintrittsgeld zwischen Anspruch und Chaos

Ob der liebe Gott das so will? Seit dem 1. Juli verlangt der Kölner Dom von touristischen Besuchern zwölf Euro Eintritt. Die Bilanz nach den ersten Wochen zeigt ein Institutionenmuster, das weit über Kirchenpolitik hinausweist: die Kluft zwischen offizieller Begründung und gelebter Praxis, die Verweigerung jeder Rechenschaft bis ein günstiger Zeitpunkt gewählt ist, und die … Weiterlesen

Miqua-Kostenexplosion: Wer trägt in Köln die Verantwortung?

Die Stadt Köln bestätigt, dass der Bau des Miqua wieder teurer wird als die zuletzt kommunizierten 190 Millionen Euro. Wie viel teurer, sagt sie nicht – berichtet der Kölner Stadt-Anzeiger unter Berufung auf eigene Informationen von bis zu 230 Millionen Euro, ein Plus von rund 21 Prozent gegenüber dem zuletzt gültigen Budget. Auf Anfrage wollte … Weiterlesen

FC-Trainingsplätze: Wer bestimmt eigentlich das Tempo?

Zwölf Jahre lang war die Gleueler Wiese blockiert. Zwölf Jahre, in denen sich Grüne und CDU im gemeinsamen Ratsbündnis gegenseitig lähmten, während der 1. FC Köln auf neue Trainingsplätze wartete. Und dann, plötzlich, innerhalb weniger Wochen: ein Beschluss. Drei Ersatzplätze am Geißbockheim, eine Mehrheit aus SPD, CDU, FDP/KSG und – historisch genug – der Linken. … Weiterlesen

Wenn die Lokalzeitung zum Sprachrohr der Stadt wird

Die Kölner Stadt-Anzeiger-Redaktion hat zum eigenen Bericht über den Militärring-Ausbau einen Kommentar desselben Autors gestellt. Das ist an sich üblich. Bemerkenswert ist, wie wenig Distanz zwischen Nachricht und Meinung in diesem Fall liegt – der Kommentar übernimmt die Argumentation der Stadt fast eins zu eins, statt sie zu prüfen. Dieselbe Feder, dieselbe Logik Tim Attenberger … Weiterlesen

Kein Geld für Hitzeschutz, 14 Millionen für Autoverkehr

Zwei Meldungen aus denselben Tagen, die zusammen mehr erzählen als jede für sich: Für Hitzeschutz an Schulen, für Cooling Zones, für Klimaanlagen in Pflegeheimen fehlt laut Land und Kommunen „schlicht das Geld“. Für den Ausbau des Militärrings im Kölner Westen dagegen stehen 14 Millionen Euro bereit. Die Differenz liegt nicht in der Kassenlage. Sie liegt … Weiterlesen

Galeria in Köln: Wie lange reitet man ein totes Pferd?

In Köln stehen drei Galeria-Häuser. Zwei davon, an der Hohen Straße und an der Breiten Straße, liegen keine vierhundert Meter auseinander, mitten in der Altstadt, auf den teuersten Quadratmetern der Stadt. Das Haus an der Hohen Straße wurde 1911 für die Leonhard Tietz AG gebaut, nach französischem Vorbild, vom damals führenden Architekten Wilhelm Kreis. Es … Weiterlesen