Dom Eintritt: Wem gehört der Kölner Dom wirklich?

Seit dem 2. Juni steht es fest: Ab dem 1. Juli kostet der Eintritt in den Kölner Dom 12 Euro für Touristen. Ermäßigt sind es 6 Euro, Kinder bis 13 zahlen nichts, Betende und Gottesdienstbesucher ebenfalls nicht. Das Domkapitel verkauft den Preis als moderat – günstiger als das Museum Ludwig nebenan, günstiger als der Zoo. … Weiterlesen

Subventionen oben, Lasten unten: Wie eine Republik ihre Mitte verliert

Drei Milliarden Euro für etwas, das ohnehin läuft. Seit dem 19. Mai 2026 nimmt das BAFA Anträge auf die neue E-Auto-Prämie entgegen – bis zu 6.000 Euro pro Fahrzeug für Privatkäufer mit Haushaltseinkommen unter 80.000 Euro. Die Förderung gilt rückwirkend ab Januar, läuft bis 2029, finanziert aus dem Klima- und Transformationsfonds. Schon im April lagen … Weiterlesen

Konsequent zu Ende gedacht: Die BDA-Logik nach oben

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände hat der FAZ ihre noch unveröffentlichte Stellungnahme zum Beitragsstabilisierungsgesetz vorab durchgereicht. Der Inhalt liest sich wie ein Lehrstück in selektiver Disziplin: Eine Kontaktgebühr für jeden Arztbesuch soll her, die Selbstbeteiligungsobergrenze von zwei auf drei Prozent des Bruttoeinkommens steigen, das Krankengeld von 70 auf 65 Prozent sinken, die Bezugsdauer von 78 … Weiterlesen

Ein bescheidener Vorschlag zur Rettung der Rente

Die Rentenkommission wird am 30. Juni ihre Empfehlungen vorlegen. Drei Stellschrauben sind absehbar: Beitragslast hoch, Rentenniveau runter, Eintrittsalter nach hinten. Was in den Beratungen offenbar keine Mehrheit gefunden hat, ist ein vierter Hebel, der in der Wirkung allen anderen überlegen wäre und der ohne politische Mehrheit auskommt. Dieser Hebel verdient eine eigene Würdigung. Der Grundgedanke … Weiterlesen

Rente mit 70: Wer länger arbeitet – und wer geschont wird

Am Donnerstagmorgen meldete die Bild-Zeitung, was offiziell erst am 30. Juni vorgestellt werden soll: Die von der Bundesregierung eingesetzte Alterssicherungskommission plant, eine schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre zu empfehlen. Zuerst 68 Anfang der 2040er, dann 69 Anfang der 2050er, schließlich 70 Anfang der 2060er Jahre. Parallel soll das Rentenniveau von heute 48 Prozent … Weiterlesen

Widerspruchslösung Organspende: Schweigen ist keine Zustimmung

Eine fraktionsübergreifende Gruppe um die SPD-Abgeordnete Sabine Dittmar hat am 7. Mai im Bundestag einen Gesetzentwurf zur Einführung der Widerspruchslösung bei der Organspende vorgestellt. Volljährige sollen demnach grundsätzlich als Spender gelten, wenn sie nicht aktiv widersprechen. Am Vortag hatte eine andere überparteiliche Gruppe – ebenfalls aus CDU, CSU, SPD, Grünen und Linken – vor genau … Weiterlesen

Risiko nach Opportunität – Amokfahrt, Promillefahrer und die selektive Empörung

Risiko nach Opportunität Nach der Amokfahrt in Leipzig, bei der ein 33-jähriger Deutscher zwei Menschen tötete und sechs weitere verletzte, folgte die übliche Reflexbewegung: Artikel über Versäumnisse im Psychiatriesystem, Fragen nach vermeidbaren Risiken, Oktablocks vor der Fußgängerzone. Die Frage, die dabei nicht gestellt wird, ist die naheliegendste: Warum dieser Aufwand für ein statistisch seltenes Ereignis … Weiterlesen

868 Tote — und keine Folgen: Verkehrspolitik gegen die Schwächsten

Edo Reents hat in der FAZ nüchtern zusammengetragen, was in Deutschland niemand bestreitet, aber kaum jemand handelnd zur Kenntnis nimmt: 462 getötete Radfahrer und 406 getötete Fußgänger im Jahr 2025, zusammen 868 Tote unter denen, die Reents zutreffend „die Nackten“ nennt — Verkehrsteilnehmer ohne Knautschzone, ohne Airbag, ohne Rückenmassage. Bei Radfahrern ist das ein Plus … Weiterlesen

Der Wal und die deutsche Gründlichkeit – eine Glosse

In Deutschland ist die Sache eigentlich klar geregelt – also zumindest vom Bundesverfassungsgericht her: Suizid ist erlaubt. Punkt. Ein Akt persönlicher Freiheit, gewissermaßen die letzte Bastion der Selbstbestimmung. Man könnte meinen, damit sei alles gesagt. Wäre da nicht die deutsche Realität, die bekanntlich selbst aus einem Punkt noch ein mehrseitiges Formular macht. Denn wer es … Weiterlesen

Flickwerk auf Raten — oder: Wie man ein System methodisch gegen die Wand fährt

Das Bundeskabinett hat das Beitragsstabilisierungsgesetz verabschiedet. Gesundheitsministerin Warken nennt es eine Reform. Es ist keines. Es ist das, was deutsche Sozialpolitik seit Jahrzehnten kennzeichnet: Lückenstopfen. Verschieben. Zeit kaufen. Das Finanzloch in der gesetzlichen Krankenversicherung beträgt 2027 über 15 Milliarden Euro, bis 2030 wächst es auf über 40 Milliarden. Das Gesetz schließt die Lücke für zwei … Weiterlesen