Olympiabewerbung KölnRheinRuhr: Legitimation und Sportinfrastruktur im Widerspruch

Die Kommunikation rund um den Ratsbürgerentscheid zur Olympiabewerbung KölnRheinRuhr sprach von einem historischen Bürgervotum: 57,4 Prozent der Abstimmenden votierten in Köln mit Ja. Bezogen auf alle Abstimmungsberechtigten der Stadt sind das jedoch nur rund 22,7 Prozent – bei einer Beteiligung von 39,68 Prozent. Die politische Rhetorik verschiebt die Bezugsgröße von den Wahlberechtigten auf die Teilnehmenden … Weiterlesen

Schulabgänger ohne Abschluss: Wenn Individualisierung die Statistik verdeckt

340 Jugendliche haben Köln im vergangenen Jahr ohne Schulabschluss verlassen, 3,5 Prozent der rund 9600 Schülerinnen und Schüler eines Jahrgangs. Landesweit hat sich der Anteil seit 2015 fast verdoppelt, von 2,2 auf 4,2 Prozent. Die Zahlen von IT NRW, über die der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet, benennen damit ein Problem, das sich nicht auf Einzelschicksale reduzieren … Weiterlesen

Miqua-Kostenexplosion: Wer trägt in Köln die Verantwortung?

Die Stadt Köln bestätigt, dass der Bau des Miqua wieder teurer wird als die zuletzt kommunizierten 190 Millionen Euro. Wie viel teurer, sagt sie nicht – berichtet der Kölner Stadt-Anzeiger unter Berufung auf eigene Informationen von bis zu 230 Millionen Euro, ein Plus von rund 21 Prozent gegenüber dem zuletzt gültigen Budget. Auf Anfrage wollte … Weiterlesen

Bildungsschere in Köln: Kita, Startchancen, Inklusion im Realitätscheck

Marcel Helbig, Bildungsforscher am WZB, hat in einem Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger etwas ausgesprochen, was in der Bildungspolitik gerne verschwiegen wird: Die Kluft zwischen Kindern aus bildungsnahen und bildungsfernen Familien wächst bis zum siebten Lebensjahr rasant – und bleibt danach fast stabil. Schule ist demnach nicht der Ort, an dem Ungleichheit entsteht, sondern bestenfalls … Weiterlesen

Wenn die Lokalzeitung zum Sprachrohr der Stadt wird

Die Kölner Stadt-Anzeiger-Redaktion hat zum eigenen Bericht über den Militärring-Ausbau einen Kommentar desselben Autors gestellt. Das ist an sich üblich. Bemerkenswert ist, wie wenig Distanz zwischen Nachricht und Meinung in diesem Fall liegt – der Kommentar übernimmt die Argumentation der Stadt fast eins zu eins, statt sie zu prüfen. Dieselbe Feder, dieselbe Logik Tim Attenberger … Weiterlesen

Kein Geld für Hitzeschutz, 14 Millionen für Autoverkehr

Zwei Meldungen aus denselben Tagen, die zusammen mehr erzählen als jede für sich: Für Hitzeschutz an Schulen, für Cooling Zones, für Klimaanlagen in Pflegeheimen fehlt laut Land und Kommunen „schlicht das Geld“. Für den Ausbau des Militärrings im Kölner Westen dagegen stehen 14 Millionen Euro bereit. Die Differenz liegt nicht in der Kassenlage. Sie liegt … Weiterlesen

Galeria in Köln: Wie lange reitet man ein totes Pferd?

In Köln stehen drei Galeria-Häuser. Zwei davon, an der Hohen Straße und an der Breiten Straße, liegen keine vierhundert Meter auseinander, mitten in der Altstadt, auf den teuersten Quadratmetern der Stadt. Das Haus an der Hohen Straße wurde 1911 für die Leonhard Tietz AG gebaut, nach französischem Vorbild, vom damals führenden Architekten Wilhelm Kreis. Es … Weiterlesen

Ebertplatz: Beton bewilligt, Klimaschutz vertagt – Kölns Rangordnung

Es gibt Wochenenden, an denen eine Stadt zeigt, was sie wirklich für wichtig hält. Köln hatte gerade so eines. Während die Polizei von rund 120 ungeklärten Todesfällen binnen drei Tagen berichtet — fast viermal so viele wie an einem durchschnittlichen Wochenende — und Bestatter, Rechtsmedizin und Kliniken an ihre Aufbewahrungsgrenzen stoßen, läuft am Ebertplatz eine … Weiterlesen

Finanznot der Kommunen: Wer trägt wirklich die Schuld?

Am Montag spielten die Glocken des Kölner Ratsturms „Wer soll das bezahlen?“ – Jupp Schmitz‘ Karnevalsschlager von 1949, umgewidmet zur Protestnote. Der Deutsche Städtetag hatte zum bundesweiten Aktionstag „Kommunen am Limit!“ aufgerufen, und Köln stimmte mit ein: ein prognostiziertes Rekorddefizit der deutschen Kommunen von über 30 Milliarden Euro, in Köln ein Loch, das von 9,2 … Weiterlesen

Badeverbot am Rhein: Köln konnte das schon mal

Es ist heiß in Köln, jenseits der 30 Grad, und am Niehler Rheinufer stehen Menschen bis zu den Knien im Fluss. Der Kölner Stadt-Anzeiger schickt eine Reporterin mit zwei Ordnungsamts-Mitarbeiterinnen auf Streife und nennt das Stück „Wir retten die Leute vor ihrer eigenen Dummheit“. Der Satz steht in Anführungszeichen, stammt also von einer der Kontrolleurinnen … Weiterlesen