Nachhilfe in der Grundschule: Was Eltern da eigentlich kaufen

In Duisburg-Rheinhausen sitzen vier Grundschulkinder in einem Raum. Die Lehrkraft geht von Kind zu Kind. Kommt eines nicht weiter, fragt sie die anderen, ob sie helfen können. Alle zwanzig bis fünfundzwanzig Minuten steht die Gruppe auf, lockert sich, spielt kurz etwas und setzt sich wieder hin. Die Kinder besuchen die zweite bis vierte Klasse und … Weiterlesen

Gut genug wofür? Wie Kindersprache Maßstäbe versteckt, auch wenn sie tröstet

Gut genug wofür? Wie Kindersprache Maßstäbe versteckt, auch wenn sie tröstet Zum Schulbeginn wiederholt sich eine kleine, aber aufschlussreiche Debatte. Der Kinderschutzbund warnt Eltern davor, den Satz „Jetzt beginnt der Ernst des Lebens“ zu verwenden, weil er Kindern Angst mache. Ein Kommentar in der F.A.Z. widerspricht dieser Einschätzung und plädiert dafür, den Ernst des Lebens … Weiterlesen

Toter Winkel: Wie Verkehrserziehung Verantwortung an Kinder abgibt

Es gehört zum festen Repertoire der schulischen Verkehrserziehung: Ein Lastwagen fährt auf den Schulhof, die Kinder einer dritten oder vierten Klasse dürfen ins Fahrerhaus klettern, dann stellen sie sich rechts neben das Fahrzeug in ein mit Kreide markiertes Feld. Wer im Feld steht, ist unsichtbar. Die Botschaft, die sich einprägt, lautet: Dort darfst du nicht … Weiterlesen

Handy im Buchumschlag: Vorbild als Verpackungsproblem

Seit diesem Frühsommer kursiert ein Produkt, das sich selbst als Lösung eines Erziehungsproblems verkauft: eine hohle Buchhülle, in die sich ein Smartphone einschlagen lässt. Wer damit liest – oder besser: wer damit auf sein Handy schaut –, soll aussehen wie jemand, der ein Buch liest. Judith von Sternburg hat das Phänomen in der Frankfurter Rundschau … Weiterlesen

Bildungsschere in Köln: Kita, Startchancen, Inklusion im Realitätscheck

Marcel Helbig, Bildungsforscher am WZB, hat in einem Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger etwas ausgesprochen, was in der Bildungspolitik gerne verschwiegen wird: Die Kluft zwischen Kindern aus bildungsnahen und bildungsfernen Familien wächst bis zum siebten Lebensjahr rasant – und bleibt danach fast stabil. Schule ist demnach nicht der Ort, an dem Ungleichheit entsteht, sondern bestenfalls … Weiterlesen

Motorik-Einbruch bei Kindern: Wenn Versäumnisse zur Krankheit erklärt werden

Es gibt Sätze, die klingen nach Diagnose und sind in Wahrheit eine Entlastung. „Vielleicht haben wir es hier mit einer Art sozialem Long Covid zu tun“ – so beschreibt die Karlsruher Sportwissenschaftlerin Claudia Niessner im Interview mit spektrum.de/ZEIT das Rätsel, vor dem ihre Disziplin gerade steht: Die motorische Leistungsfähigkeit von Kindern ist nach der Pandemie … Weiterlesen

Wer vermisst die Medienkompetenz – und wer zahlt dafür?

Es gibt eine Gattung von Sätzen, die in deutschen Bildungsdebatten so verlässlich wiederkehren wie die Schwalben im Frühjahr. Einer davon lautet: „Studien zeigen, dass es um die Medienkompetenz schlecht bestellt ist.“ Selten fragt jemand zurück: Welche Studien eigentlich – und wer hat sie bezahlt? Wer dieser Frage nachgeht, stößt schnell auf einen Namen, der im … Weiterlesen

Vorschulpflicht: Wenn „mehr Lernen“ das eigentliche Problem verdeckt

Der ARD-Presseclub am 21. Juni 2026, eine Runde aus Bildungsjournalistinnen und -journalisten – Katrin Clemens von der WAZ mit Schwerpunkt frühkindliche Bildung, Martin Spiewak, seit über zwanzig Jahren Bildungsredakteur der Zeit, die Politikwissenschaftlerin Hadija Haruna-Oelker – und der Lehrer und Bestsellerautor Bob Blume. Über allem ein Titel, der die Antwort schon mitliefert: „Mehr Lernen, weniger … Weiterlesen

Wenn ein kollektives Versäumnis zur Einzelentscheidung wird

Es gibt Begriffe, die überleben ihre eigene Berechtigung. Hitzefrei ist so einer. Das Wort stammt aus einer Zeit, in der „nach Hause gehen“ wirklich Entlastung war: eine kühlere Wohnung, jemand, der da ist, ein schattiger Hof. Nichts davon gilt heute noch verlässlich – und trotzdem schicken wir Kinder weiter mit demselben Wort in dieselbe Hitze. … Weiterlesen

Debitkarte für Grundschulkinder: Wenn Bequemlichkeit sich Bildung nennt

Bezahlen ist ein Tauschgeschäft. Ich will etwas und gebe dafür etwas her. So einfach ist das — und so schwer, denn das, was ich hergebe, ist längst nicht mehr greifbar. Früher tauschte man Ware gegen Ware, später Ware gegen Münze. Heute hält ein Kind ein Kästchen an die Kasse, und etwas verschwindet, das es nie … Weiterlesen