Wie kinderfreundlich ist Deutschland? Eine Rechnung in zwei Spalten

Zwei Beschlüsse aus derselben Koalition, fast zur selben Zeit: Am 21. Mai senkt der Bundestag die Luftverkehrsteuer und verzichtet damit zunächst auf 185 Millionen Euro jährlich, bis 2030 steigt der Einnahmeverlust auf 355 Millionen. Vier Tage später wird bekannt, dass beim Elterngeld gekürzt werden soll – entweder die Bezugsdauer oder die Höhe, Familienministerin Karin Prien … Weiterlesen

Funktionierer statt Lernende – was die Familie leistet

Vor wenigen Wochen erschien in der ZEIT ein bemerkenswert ehrlicher Erfahrungsbericht der Journalistin Annika Joeres. Sie hatte vor Jahren ein Buch über das französische Betreuungssystem geschrieben – voller Bewunderung für ein Land, das Müttern Vollzeit und Karriere ohne schlechtes Gewissen ermöglicht. Nach inzwischen mehreren Jahren mit eigenen Kindern in Südfrankreich revidiert sie diese Sicht. Was … Weiterlesen

Wenn die Schule nicht mehr trägt: Bildungsverfall mit Ansage

Es gibt zwei Gedanken, die jeder ältere Pädagoge im Land kennt, wenn er die aktuelle Bildungsdebatte verfolgt. Der erste lautet: Gott sei Dank bin ich raus. Der zweite: Das geht den Bach hinunter, mit Folgen, die weit über die Schule hinausreichen. Beide Gedanken widersprechen sich nicht, sie ergänzen sich zu einer nüchternen Bilanz. Eine Statik, … Weiterlesen

UNICEF Report Card 20: Platz 25 ist kein Versagen, sondern Ergebnis

Die neue UNICEF Report Card 20 ist da, und sie liefert exakt das Ergebnis, das ein nüchterner Beobachter erwarten musste: Deutschland liegt beim Wohlbefinden von Kindern auf Platz 25 von 37 untersuchten Ländern. Im Teilbereich Bildung sogar auf Rang 34 von 41. Nur 60 Prozent der 15-Jährigen erreichen die Mindestkompetenz in Lesen und Mathematik. Die … Weiterlesen

Wenn Sparpolitik Bildung ersetzt: Wie Deutschland seine Jüngsten im Stich lässt

In Nordrhein‑Westfalen wurde die flexible Eingangsstufe einst als pädagogischer Fortschritt verkauft. Ein Kind sollte die ersten beiden Schuljahre in ein, zwei oder drei Jahren durchlaufen können – individuell, ohne Sitzenbleiben, ohne Stigmatisierung. Das klang modern, kindgerecht, förderorientiert. Doch die Realität zeigt ein anderes Bild. Und dieses Bild ist nicht auf NRW beschränkt. Es ist ein … Weiterlesen

Stärken statt Defizite – ein anderer Blick auf Schule und Lernen

Ein Junge, der aufgehört hatte Er saß vor seinem Heft und schrieb nicht mit. Ich fragte ihn, warum. Die Antwort dieses Jungen hat mich nicht mehr losgelassen: „Ich habe eh alles falsch. Und dann muss ich zuhause wieder üben und kann nicht mehr spielen.“ Er hatte aufgehört. Nicht aus Faulheit. Nicht aus Trotz. Er hatte … Weiterlesen

Der Wal und die deutsche Gründlichkeit – eine Glosse

In Deutschland ist die Sache eigentlich klar geregelt – also zumindest vom Bundesverfassungsgericht her: Suizid ist erlaubt. Punkt. Ein Akt persönlicher Freiheit, gewissermaßen die letzte Bastion der Selbstbestimmung. Man könnte meinen, damit sei alles gesagt. Wäre da nicht die deutsche Realität, die bekanntlich selbst aus einem Punkt noch ein mehrseitiges Formular macht. Denn wer es … Weiterlesen

Dick, Doof und die Übung, die den Meister macht

Es muss Ende der siebziger, Anfang der achtziger Jahre gewesen sein. Ich hatte einen kleinen Filmausschnitt besorgt, vermutlich auf einer Super-8-Rolle, später dann auf VHS. Zwei Minuten, nicht mehr. Stan Laurel und Oliver Hardy, in Deutschland als Dick und Doof bekannt, sitzen nebeneinander auf einer Bank. Stan klopft in rascher Abfolge Knie, Ohr und Nase … Weiterlesen

Schwarz auf Dunkelblau – warum Medienkompetenz im KI-Zeitalter neu gedacht werden muss

Es muss so um 2005 gewesen sein. Ein Gymnasiallehrer stellte in einer Schulveranstaltung die Ergebnisse seiner Computer-AG vor. Die Schüler hatten Präsentationen erstellt, Websites gebaut, Tabellen formatiert. Stolz. Funktional. Alles lief. Nur: Die Folien waren mit schwarzer Schrift auf dunkelblauem Hintergrund gesetzt. Man konnte praktisch nichts lesen. Ich fragte ihn, ob sie in der AG … Weiterlesen

Schulden vererbt, Bildung gekürzt – die doppelte Hypothek einer Generation

Am 29. April bringt Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) ihren Gesetzentwurf zur Reform der gesetzlichen Krankenversicherung ins Bundeskabinett. Eine der vielen darin enthaltenen Maßnahmen: Das Kinderkrankengeld soll von 90 auf 85 Prozent des Nettolohns gekürzt werden. Pro Kind und Jahr verlieren Eltern damit bei voller Ausschöpfung der Krankentage rund 200 Euro. Eine kleine Kürzung in einem … Weiterlesen